Ein Tag im Aktion Kindergarten

 

draussenEs ist 7.00 Uhr, wenn wir unsere „Pforten“ für alle Frühaufsteher öffnen. Um 9.00 Uhr beginnt unser morgendliches Begrüssungsritual der sogenannte „Morgenkreis“. Dieser informiert über das bevorstehende Tagesprogramm und beantwortet zugleich bedeutsame Fragen der Kinder: Wer ist heute da? Wer kommt für mich als Spielpartner in Frage? Was möchte ich heute spielen? Wie ist die Stimmung in der Gruppe? etc. Es schließt die eigentliche Freispielphase an, die regulär ca. 2 Stunden dauert.

Innerhalb dieser Zeit wählen die Kinder:

  • ihre unterschiedlichen Spielaktivitäten im Freispiel
  • den Zeitpunkt Ihres Frühstücks
  • ob sie an dem besonderen Angebot teilnehmen möchten

Das Freispiel

Freispiel heißt: Die Kinder können frei entscheiden, mit wem, wann, womit und wo sie – in Absprache mit den betreffenden Erzieherinnen – in ihrer Freispielzeit spielen möchten.

bild1Die Auswahl der Spielmaterialien, der Spielmöglichkeiten, als auch der Spielpartner liegt in der freien Entscheidung der Kinder. Jedes Kind hat die Möglichkeit, selbstständig und eigenverantwortlich seine Zeit im freien Spiel zu gestalten und so lange bei einer Tätigkeit alleine oder mit anderen zu verweilen, wie es dies möchte.

 

Was wollen wir damit erreichen?
Das Freispiel bietet Kindern die Möglichkeit, alle Lernerfahrungen machen zu können, die es für seine persönliche Entwicklung und für die Entfaltung seiner Begabungen benötigt. Sie können ihre derzeitige Lebenssituation im Spiel ausleben und bewältigen.

Da Spielen für die Entwicklung des Kindes auch immer Lernen bedeutet, hat das Kind die Chance, in seinem selbst kreierten Spiel seine Lernschritte und sein Lerntempo selbst zu bestimmen – eine wichtige Bedingung für Kinder diesen Alters, damit Spielen bzw. Lernen überhaupt stattfinden kann.

Das freie Spiel ermöglicht dem Kind, das zu spielen, was es gerade für seine Entwicklung benötigt und seinem inneren Antrieb und seinen Interessen entspricht.

bild2Kinder entwickeln im Freispiel:

  • Einstellung zu einer gezielten Arbeit (Arbeitshaltung)
  • Konzentration und Ausdauer
  • Vielfältige Fähigkeiten in körperlichen, geistigen und sozio-emotionalen Bereichen

Erfahrungen zeigen, dass Kinder, die ausgiebig, intensiv und vielfältig spielen können, deren Eigenantrieb sich entwickeln konnte, die alleine für sich und in der Gemeinschaft Spielformen gefunden haben, meist optimal ausgerüstet sind für die Anforderungen, welche die Schule und das Leben an sie stellt.

Das Freispiel hat deshalb einen sehr hohen Stellenwert in unserer Arbeit mit ihren Kindern.

Die Aufgaben der Bezugserzieherinnen im Freispiel sind:

    • eine anregende, harmonische Spielumgebung für die Kinder zu schaffen
    • das Spielverhalten einzelner Kinder und der Gesamtgruppe zu beobachten und zu dokumentieren
    • die Spielentwicklung zu verfolgen, um gezielt, situationsbezogene Impulse setzen zu können
    • zur Eigenaktivität motivieren und fördern
    • die Entscheidungsfähigkeit zu unterstützen
    • Konfliktsituationen selbstständig lösen üben
    • Transparenz von Regeln und Strukturen

bild3Unsere Aufgabe besteht darin, ihre Kinder zu beobachten, zu motivieren, zu registrieren, positiv zu verstärken, abzuwarten um nur dann unterstützend in Aktion zu treten, wenn es den Kindern selbst nicht gelingt, gewisse Situationen zu bewältigen. Im Rahmen von Projekten findet regelmäßige Kleingruppenarbeit statt.

Das Frühstück

Für das Frühstück ist ein kleiner Frühstückstisch im Gruppenraum vorbereitet. Die Kinder wählen den Zeitpunkt ihres Frühstücks frei. Nach dieser „genüsslichen Pause“, spülen die Kinder ihr Geschirr ab und decken den Platz wieder neu ein, für das nachfolgende Kind.

bild10Gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Wohlbefindens.

Wir achten daher darauf, dass die Kinder keine Süßigkeiten mitbringen. Um Müllberge zu vermeiden, bitten wir die Eltern keine Trinkpäckchen etc. mitzugeben. Als besonderes Angebot gibt es in jeder Gruppe einen Vitaminkorb, der täglich frisch, gemeinsam mit den Kindern zubereitet wird, um schließlich genüsslich verspeist zu werden.

Diese Form des Frühstücks ermöglicht den Kindern:

  • selbständig und eigenverantwortlich handeln zu lernen
  • Verantwortung für den Umgang mit Lebensmitteln, Personen und Situationen zu übernehmen
  • Gespräche, die am Frühstückstisch stattfinden, ermöglichen die Erweiterung des Wortschatzes und die Kommunikationsbereitschaft
  • eine Auszeit, z. B. zum Beobachten des Gruppengeschehens

Vor Beendigung der Frühstückszeit erinnern wir die Kinder nochmals an die Möglichkeit zu frühstücken.

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Das besondere Angebot

Das besondere Angebot wird im Verlauf der Freispielphase von einer Erzieherin angeboten.

Es befasst sich mit aktuellen Themen, im Rahmen von Projektarbeiten und orientiert sich an den momentanen Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Die Teilnahme kann von den Kindern frei gewählt werden. Die Angebote variieren von z.B. Bilderbuchbetrachtungen über Liedein-führungen zu Kreativangeboten. Kinder, die bestimmte Angebote meiden, versuchen wir durch persönliche Ansprache zu motivieren, verpflichten sie jedoch nicht. Um diesen Kindern gleichwertige Erfahrungen zu ermöglichen, suchen wir nach alternativen Anregungen.

Zusätzliche, relativ feststehende Angebote finden momentan in jeder Gruppe statt:

  • Motopädie
  • Wassergewöhnung für alle Vorschulkinder
  • Bewegungsangebot für alle Vorschulkinder (vierzehntägig)
  • Klabauterkreis (für unsere Vier- bis Fünfjährigen)
  • Waldtage (vierzehntägig)/Waldwoche
  • Lieder- und Geschichtenkreis
  • Sprachwerkstatt
  • Sprechstunde für die Kinder bei der Leiterin
  • Haus der kleinen Forscher / Forscherwerkstatt
  • Kochen
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Gärtnern
  • Kreatives Gestalten

bild8Das besondere Angebot gibt den Kindern die Möglichkeit:

  • neue Anregungen aufzugreifen
  • Ausdauer, Konzentration und Eigenmotivation zu üben
  • sich neue Erkenntnisse und Wissenszuwachs anzueignen
  • eigene Fähigkeiten entdecken und auszubauen, sowie Grenzen erfahren lernen

Unsere Aufgabe besteht darin, die Angebote so anregend wie möglich zu gestalten, damit sie auf Interesse bei den Kindern stoßen und den Kindern die Möglichkeit geben, sich Ideen und Anregungen zur Bewältigung der persönlichen Lebens- und Lernsituation zu holen.

Ende der Freispielzeit

Das gemeinsame Aufräumen beschließt die Freispielphase. Ein Stuhlkreis mit Liedern, Geschichten, Erzählrunden oder allerlei Spielen kann anschließen. Im Stuhlkreis werden z.B. Ereignisse des Tages besprochen, eine Geburtstagsfeier findet statt oder das Tagesthema wird nochmals vertieft.

bild6Im Stuhlkreis können sich die Kinder als Mitglied ihrer Gruppe erleben. Es gibt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Verantwortung innerhalb der Gruppe. Unser Ziel ist es, das Gemeinschaftserlebnis in der Gesamtgruppe zu vermitteln und dem Kind erfahrbar zu machen, was es bedeutet, mit vielen Kindern im Kreis zu spielen, sich mitzuteilen, abzuwarten und auch mal im Mittelpunkt stehen zu dürfen. Die Kinder lernen, ihre Fähigkeiten einzuschätzen, Hemmungen zu überwinden, das Selbstwertgefühl zu stärken, Sozialverhalten zu üben und Vertrauen in ihre Kindergartengruppe zu entwickeln.

Unsere Aufgabe: Ein großes Repertoire an Kreisspielen, Liedern, Finger-spielen, Reimen etc. ist notwendig, um den Stuhlkreis attraktiv gestalten und sämtliche Bereiche (Motorik, Sprache, Musik etc.) für die Kinder erfahrbar machen zu können. Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Kinder, um Unter- bzw. Überforderung zu vermeiden.

Spielphase auf dem Außengelände

bild7Je nach Witterung beginnt eine Spielphase auf dem großzügig, angelegtem Außengelände unserer Einrichtung. Wir legen Wert darauf, auch bei schlechtem Wetter nach draußen zu gehen, um dem Bewegungsdrang der Kinder zu entsprechen. Für die Kinder bedeutet diese Spielphase, den natürlichen Bewegungsdrang auszuleben, gestaute Energien abbauen zu können, gruppenübergreifende Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig vielfältige Sinneserfahrungen aufzunehmen. Die Kinder haben ein Recht auf Erziehung zur Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und auf freie Entfaltung Ihrer Persönlichkeit, was einer fortwährenden Kontrolle widerspricht. Unsere Aufgabe besteht vorrangig darin, die Aufsicht zu gewährleisten.

Die Abholzeit

Ab 12.00 bis 12.30 Uhr entlassen wir die ersten Kinder aus unserer Obhut.

Unsere Mittagessenkinder bleiben wahlweise bis 13.15 Uhr; 14.00 Uhr oder 16.00 Uhr. Das Mittagsmahl wird in der eigenen Gruppe, gemeinsam mit den Bezugserzieherinnen eingenommen. Nach dem Händewaschen helfen die Kinder beim Eindecken und Vorbereiten des Esstisches und portionieren sich ihre Mahlzeit selbst (ausgenommen unserer U2 Kinder). Dem Zähneputzen schließt sich die Traumstunde für alle Kinder an.

Alle Kinder, die bis 12.30 Uhr abgeholt werden, haben die Möglichkeit am Nachmittag von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr nochmals in den Kindergarten zu kommen. Am Nachmittag finden kreative, psychomotorische oder musische Angebote statt aber auch Freiräume für freies Spiel.

Ab 15.45 Uhr bis 16.00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern wieder in die Arme geschlossen und wir verabschieden sie bis zum kommenden Tag.